Südsee

mundus informiert über die Südsee:

Wenn ich mit Gruppenleitern über mögliche Ziele für eine Reise sprechen und dabei in die Ferne schweife, spreche ich auch immer mal wieder die Südsee an. Eines meiner erklärten Lieblingsziele.

Meist ist die Reaktion dann: „Die Südsee? Das ist doch kein Ziel für eine Gruppenreise, kein Ziel für eine Gemeindereise, kein Ziel mit kulturellem Anspruch, da gibt es doch nur Strände…..Und das ist doch viel zu teuer“.

Ich sehe das anders. Meiner Meinung nach hat die Südsee für Gruppen und auch und besonders für Gemeindereisen eine Menge zu bieten.

Um das zu erklären, muss man etwas weiter ausholen…

Die Südsee umfasst eine gewaltige Fläche, die in erster Linie von Wasser bedeckt ist. Um sich die Ausdehnung vorzustellen hier mal ein Test: nehmen Sie sich einen Globus und betrachten Sie die Südsee. Beim Blick auf den „Ball“ werden Sie kaum die Landmassen von Südamerika oder Australien sehen. Sie sehen fast nur Wasser. Nur sehr wenige Inselgruppen unterbrechen als Landmassen den gigantischen, südlichen Pazifik und von diesen wenigen Inseln wird der Begriff Südsee geprägt.

Zu beachten ist weiter, dass sich diese riesige Fläche der Südsee noch in Bezug auf die ethnische Zugehörigkeit ihrer Bewohner in Mikronesien, Melanesien und Polynesien unterteilt.

In den vergangenen Jahren hatte ich das große Glück sehr häufig in die Südsee reisen zu dürfen und möchte hier Gründe nennen, warum sich Melanesien und Polynesien auch als Gruppenreiseziele anbieten (auf den Inseln Mikronesiens war ich leider noch nicht, daher gehe ich darauf nicht ein).

 

Beginnen wir mit Melanesien. Die wohl bekannteste Inselgruppe hier ist Fiji.

mundus informiert über Fiji (auch Fidschi)

Lage: Im westlichen Teil des Südpazifiks
Staatsform: Republik
Hauptstadt: Suva
Regierungsform: Parlamentarisches Einkammersystem
Größe: 18.724 Quadratkilometer (Landmasse) / 332 Inseln, davon 110 bewohnt Einwohnerzahl: ca. 920.000 (Stand 2020)
Klima: tropisches Klima
Offizielle Amtssprache: Fidschi, Fidschi-Hindi und Englisch
Religionen: ca. 55% der Einwohner sind evangelische Christen (davon ca. 37% Methodisten) , ca. 10% Katholiken und ca. 30% sind Hindus.
Währung: Fiji Dollar (FID)
Zeitzone: UTC+12

mundus persönlich:

Fiji war 1986 meine erste Südsee-Destination und ich landete damals in Nadi im wirklich strömenden Regen. Eigentlich kein wirklich guter Einstieg, aber der Regen konnte mich nicht schrecken. Was mich an Fiji vom ersten Augenblick an gefesselt hat, ist die bunte, kulturelle Vielfältigkeit der Inseln. Hierzu muss man wissen, dass die englischen Kolonialherren Inder zur Arbeit auf den Zuckerrohrfeldern auf die Inseln brachten, die sich in Fiji (hauptsächlich auf der Hautpinsel Viti Levu) angesiedelt und ihre Kultur mit auf die Inseln gebracht haben. So findet man mitten in der Südsee plötzlich einen hinduistischen Tempel und trifft auf Menschen mit einem Bindi auf der Stirn.

Nur wenige Zeit später hatte ich Gelegenheit, länger auf der Insel zu bleiben, denn ich hatte die Aufgabe übernommen, für einen großen Tabak-Konzern eine Expeditionsreise zu organisieren, die die Hauptinsel Viti Levu durchqueren sollte. So verbrachte ich zur Vorbereitung dieser Reise einige Zeit im kleinen Dorf Korolevu im Landesinneren.

Das Leben der Dörfler, in das ich in dieser Zeit eingebunden war, war einfach: sehr früh am Morgen gab es einen Gottesdienst in einem aus Holz und Palmwedeln erbauten Mehrzweckbau. Die Gemeinde war strikt nach Männern (rechts) und Frauen (links) getrennt, was ich damals befremdlich empfand. Aber die Inbrunst, mit denen die Lieder gesungen und die Gebete gesprochen wurden, waren sehr ergreifend.

Die Christianisierung der pazifischen Inseln ist sehr intensiv betrieben worden. Noch bis ca. 1870 war Kannibalismus auf den Inseln Fijis verbreitet. Heute bestimmt, nicht nur in den Dörfern im Landesinneren, sondern auch und besonders an den Küsten, das christliche Leben der Urbevölkerung.

So haben sich auf Fiji eine christliche und eine hinduistische Kultur entwickelt, die das tägliche Leben bestimmt. Genau diese spannende Kombination machen wir mich den Reiz der Inseln aus.

Später folgten weitere Reisen, die sich dann aber meist auf die Küstengebiete und die sehr schönen Hotels an der Südküste, bzw. auf die äußeren Inseln der Yasawas beschränkt haben.

Fiji ist heute eine Inselwelt, die gut vom Tourismus erschlossen, gut an das internationale Flugnetz angebunden und großartig organisiert ist.

 

 

Wenden wir uns nun Polynesien zu. Polynesien ist das, was Menschen im Sinn haben, wenn sie an die Südsee denken, denn das Bild der Südsee und auch das von Polynesien wird in erster Linie von den bekannten Inseln Französisch Polynesiens (Tahiti, Moorea, Bora Bora) geprägt. Polynesien ist aber weitaus mehr.

mundus informiert über Samoa:

Lage: Im westlichen Teil des Südpazifiks
Staatsform: Parlamentarische Republik
Hauptstadt: Apia
Regierungsform: Parlamentarische Demokratie
Größe: 2.842 Quadratkilometer (Landmasse) / 10 Inseln, davon 5 bewohnt Einwohnerzahl: ca. 200.000 (Stand 2020)
Klima: tropisches Klima
Offizielle Amtssprache: Samoanisch und Englisch
Religionen: ca. 99% der Einwohner sind Christen (davon ca. 34% Anhänger der Congregational Christian Church of Samoa, 20% Katholiken, 15% Methodisten und 14% Anhänger der Kirche Jesu der Heiligen Letzten Tage)
Währung: Tala (WST)
Zeitzone: UTC+13 bzw. UTC+14

mundus persönlich:

Meine erste Berührung mit Polynesien war 1988 ein Besuch auf West-Samoa (Amerikanisch Samoa habe ich bisher nicht besucht).

Robert Louis Stevenson starb hier 1894 im Alter von nur 44 Jahren und hinterließ mit z. B. mit „Der Schatzinsel“ mehrere großartige Romane, die sich u. a. auch mit der Südsee beschäftigen und das Bild dieser Region mitgeprägt haben.

Stevensons Haus kann man besuchen, es ist heute ein Museum. Tradition wird großgeschrieben, wobei der Einfluss der englischen Kolonialherren sich mit dem Charme und der Gelassenheit der Südsee mischt. Aber wirklich beeindruckend ist ein wöchentlich wiederkehrendes Ereignis, das man in vielen Dörfern, ganz besonders aber in der Hauptstadt Apia beobachten kann und am besten in der großen Kathedrale: ein Gottesdienst in der Südsee.

Die Damen sind meist in weiß, sehr stilvoll und festlich gekleidet, tragen wunderschöne Hüte und man hat wirklich das Gefühl einem bedeutenden gesellschaftlichen Ereignis beizuwohnen. Ein Gottesdienst in der Südsee, meiner Meinung nach aber am meisten auf Samoa, ist ein Ereignis, das man nie vergisst.

 

mundus informiert über Tonga:

Lage: Im westlichen Teil des Südpazifik
Staatsform: Parlamentarische Erbmonarchie
Hauptstadt: Nuku‘alofa
Regierungsform: Parlamentarische Demokratie
Klima: tropisches Klima
Offizielle Amtssprache: Tongaisch und Englisch
Religionen: ca. 90% der Einwohner sind Christen (ca. 37% Anhänger der Wesleyanischen Kirche von Tonga, 15% Katholiken und 18% Anhänger der Kirche Jesu der Heiligen Letzten Tage)
Währung: Pa‘anga (TOP)
Zeitzone: UTC+13

mundus persönlich:

Auf einer anderen Insel hatte die von mir geführte Gruppe einmal das große Glück und die sehr große Ehre, von einem wirklichen König empfangen zu werden. Diese Reise führte ebenfalls 1988 nach Tonga.

Seine Majestät König Taufa’aau Tupou IV. war ein großer Fan Deutschlands und so kam es schon mal vor, dass eine deutsche Gruppe von ihm empfangen wurden, wenn er gerade keine anderen Verpflichtungen hatte. Davon profitierte diese Gruppe damals.

Tonga ist auch weiterhin ein Königreich und hat sich unter König Taufa’aau Tupou IV von England losgesagt.

Es ist der Staat Polynesiens, der am wenigsten auf Tourismus setzt und wo man – meiner Meinung nach – das Leben in der Südsee noch am besten erleben kann.

 

 

 

mundus informiert über die Cook-Inseln:

Lage: Im Südpazifik
Staatsform: Parlamentarische Demokratie
Hauptstadt: Avarua
Regierungsform: Parlamentarische Demokratie / Konstitutionelle Monarchie
Größe: 242 Quadratkilometer (Landmasse) / 2 Inselgruppen
Einwohnerzahl: ca. 19.000 (Stand 2020)
Klima: tropisches Klima
Offizielle Amtssprache: Rarotonganisch und Englisch
Religionen: ca. 55% der Einwohner sind Anhänger der Cook Island Christian Church, 17% Katholiken und 8% sind Adventisten. Weiter gibt es zahlreiche weitere christliche Kirchen
Währung: Cook-Dollar / gekoppelt an den Neuseeland Dollar (NZD)
Zeitzone: UTC -10

mundus persönlich:

Die Cook-Inseln, ebenfalls Teil Polynesiens waren sehr lange eine der wichtigsten Destinationen der von unserer Schwesterfirma organisierten Hochzeiten im Ausland. So waren die Cook-Inseln in der Vergangenheit sehr häufig das Ziel von Reisen in die Südsee und für mich ist die Hauptinsel Rarotonga die wichtigste, wenn man eine gelungene Kombination aus sehr gut funktionierendem (Bade-)Tourismus und intakter und gelebter Kultur erleben will.

Die Cook-Inseln habe sich gegen die Ansiedlung von internationalen Hotelketten auf den Inseln ausgesprochen, alle Unterkünfte werden von lokalen Unternehmen oder von Privatpersonen geführt und genau dies merkt man auch, wenn man den Cook-Inseln bleibt. Auch hier gehört ein Gottesdienst zu den großen Erlebnissen, wobei die Strände auf den Cook-Inseln noch weitaus schöner sind, als auf Samoa.

Besonders in Erinnerung habe ich hier den Besuch des Friedhofs in Avarua, der Hauptstadt Rarotongas. Auch in der Südsee sagen Friedhöfe viel über die Kultur und die Menschen aus.

Besucht man Aitutaki, eines der größten Atolle der Welt, das ebenfalls zu den Cook-Inseln gehört, fühlt man sich wirklich wie im Paradies.

 

 

mundus informiert über Französisch Polynesien:

Lage: Im Südpazifik
Staatsform: Republik (Französisches Überseegebiet)
Hauptstadt: Paris
Regierungsform: Semipräsidielle Demokratie
Größe: 4.167 Quadratkilometer (Landmasse) / 5 Inselgruppen mit 58 Inseln und 76 Atolle Einwohnerzahl: ca. 290.000 (Stand 2020)
Klima: tropisches Klima
Offizielle Amtssprache: Französich
Religionen: ca. 55% der Einwohner gehören protestanitischen Religionsgemeinschaften an, 30% sind Katholiken
Währung: Euro (EUR)
Zeitzone: UTC -9 bzw. UTC -10

mundus persönlich:

Die bekannten Inseln Französisch Polynesiens (Bora Bora, Moorea, Tahiti) prägen das Bild nicht nur dieser Inselgruppe, sondern der gesamten Südsee.

Aber wussten Sie, dass Französisch Polynesien aus mehreren (tatsächlich sind es fünf) Inselgruppen besteht? Die bekannten Inseln Bora Bora, Moorea und Tahiti gehören zur Gruppe der Gesellschaftsinseln. 1987 führte meine erste Reise nach Tahiti und mich hat damals der schwarze Sand beeindruckt, den sich so gar nicht erwartet hatte. Erstaunlicherweise gibt es auf Tahiti fast keine Strände und wenn, dann eben schwarzen. Anzumerken ist hier, dass in den vergangenen Jahren für einige Hotels auf der Insel Strände aufgeschüttet wurden und der weiße Sand hierfür aus anderen Ländern herangeschafft wurde.

Im Rahmen dieser Tour ging es damals auch auf die kleine Schwesterinsel Moorea, die dann wirklich wunderschöne Strände, aber eben auch eine wunderschöne Landschaft mit einem sehr grünen und relativ hohen Inselinneren (der Mt Rotui ist fast 900 m hoch) hat. Traumhaft schön sind die beiden Buchten im Norden.

Bora Bora besuchte ich 1988 im Rahmen einer Reiseleitung. Damals gab es auf der Insel nur drei Hotels (das hat sich definitiv geändert) und wir wohnten damals im Hotel Marara, das tatsächlich für die Filmcrew um Dino de Laurentiis für den Film „Hurrican“ erbaut wurde. Grund war, dass eine Unterbringung im damals einzigen Hotel „Bora Bora“ teurer geworden wäre, als der Neubau eben des Hotels Marara. Auch solche Geschichten prägten das Bild der extrem teuren Destination Südsee….

Im Rahmen dieser Reise hatte ich auch die Möglichkeit eine weitere Inselgruppe innerhalb Französisch Polynesiens zu erleben: zum Besuch von Rangiroa und Manihi ging es in die Inselwelt der Tuamotus. Diese besteht in erster Linie aus Atollen und ist so ganz anders, als die Gruppe der Gesellschaftsinseln.

Ein ganz besonderes Highlight war 2006 der Besuch der dritten Inselgruppe. Ich besuchte mit Hiva Oa und Nuku Hiva die Traumwelt der Marquesas, die schon Paul Gauguin in ihren Bann gezogen haben und auf denen die weltberühmten Bilder entstanden. Das Grab von Gauguin befindet sich auf einem kleinen Friedhof auf Hiva Oa, auf dem auch der belgische Chansonnier Jacques Brel beerdigt wurde.

 

Sie sehen, die Südsee besteht aus viel mehr als nur aus Stränden und preisintensiven Unterkünften. Die Südsee ist Kultur, Landschaft und gelebtes Leben. Das Ganze ergänzt durch traumhafte Strände, türkisblaues Wasser, sattgrüne Palmen und all die Bilder, die man automatisch im Kopf hat, wenn man an die Südsee denkt.

Schließlich noch ein Hinweis zum Thema: „Die Südsee ist extrem teuer“.

Als ich 1985 meine Arbeit bei einem großen deutschen Studienreiseveranstalter aufnahm, war ich u. a. für die Ausstellung von Flugscheinen zuständig. Damals – ich weiß es noch sehr genau – lag der Preis für ein Ticket von Frankfurt nach Papeete (Tahiti) bei DM 4.078,- (umgerechnet ca. Euro 2.000,-). Heute sind die Flugpreise deutlich günstiger.

Hotels sind preisintensiv, aber – im Verhältnis zu anderen Destinationen weltweit – nicht extrem viel teurer und es gibt große Unterschiede der Hotelkosten auf den unterschiedlichen Inseln.

Unterm Strich muss man natürlich sagen, dass eine Südsee-Reise immer preisintensiv ist. Dies liegt aber u. a. auch daran, dass man für eine solche Tour aufgrund der langen Anreise mindestens 2 Wochen ansetzen sollte. Weiter ist eben auch zu bedenken, dass man ein Reiseziel besucht, dass wirklich am anderen Ende der Welt liegt.

Die Südsee ist ein Traumziel. Es ist ein Ziel, dass für Gruppen viel zu bieten hat und das Träume wahr werden lässt.

…. Und wenn man dort ist, denkt man, man würde träumen….

 

 

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